Au-Pair in Chile

Die chilenische Gastfamilie und wer sonst noch so im Haus ist

Einen Au-Pair-Aufenthalt in Chile zu machen ist schon irgendwie anders, als in anderen Ländern. Natürlich bieten die atemberaubenden Landschaften, die tolle Natur sowie die Sprache hierzulande eine ganz andere Umgebung als die typischen Au-Pair Länder wie USA, Neuseeland oder Kanada. Es gibt jedoch noch weitere große Unterschiede, beispielsweise direkt im Haus.

Chilenische Familien sind in der Regel viel größer als deutsche. Das heißt nicht, dass alle Cousinen, Onkel und Großeltern im Haus mitwohnen, aber sie werden sicherlich immer wieder zu Besuch kommen. Beste Besuchszeit ist das Wochenende, wenn an sonnigen Nachmittagen der Grill angezündet wird und große Fleischstücke und Appetizer in Form von Choripan (köstliches Brot mit Chorizo) die Luft mit einem Duft erfüllen, bei dem einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Familienmitglieder werden in Chile immer gern gesehen, alle besuchen sich gegenseitig und Runden von 10 und mehr Menschen sind Gewohnheit. Tíos, Sobrínos, Abuelos mit Anhang und Familienfreunde füllen dann das Haus, die Musik wird aufgedreht und eine fröhliche und lachende Gesellschaft lässt es sich bei einem Gläschen Pisco Sour oder Wein gut gehen.

Im Gegensatz zu den meisten Familienmitgliedern ist ein langfristiger Besucher des Hauses die Nana. Familien leisten sich gern diese Haushaltskraft zum Kochen, Aufräumen und auf die Kinder aufpassen. So individuell wie das Alter der Nana sein kann (alle Altersklassen sind vertreten), übernimmt eine Nana auch verschiedene Arbeiten im Haus. Nicht jede ist ein All-rounder, manche kochen nur oder putzen nur und andere sind lediglich für die Kinderbetreuung zuständig. Außerdem kommen sie aus allen möglichen lateinamerikanischen Ländern wie aus Peru, Venezuela, Paraguay, Bolivien oder der Dominikanischen Republik und natürlich aus Chile selbst.

Es gibt die Nana „puerta adentro“ und „puerta afuera“. Erstere arbeitet meist bei Familien mit Kindern, sie lebt mit im Haus und steht daher immer zur Verfügung. Sie spielt meist eine große Rolle für die Kinder, da sie diese miterzieht und oft für sie da ist. Die Nana puerta afuera hat ihre eigene Wohnung und kommt mehrmals die Woche zum Kochen und Putzen – weshalb sie eher bei (kinderlosen) Pärchen und gut situierten Studenten arbeiten. Manche Familien stellen auch mehrere Nanas an, die dann unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Wer kann, leistet sich gern noch ein Au-Pair obendrauf, denn Eltern wollen ihre Schützlinge gern unter allen Umständen und zu jeder Zeit betreut wissen. Außerdem sind  Nanas auch eine Art Statussymbol. Lass dich also nicht verunsichern, wenn eine Nana sich neben dir als Au-Pair ebenfalls um die Kinder kümmert, so etwas kann vorkommen und es dient dem Wohle des Kindes.

Weitere Angestellte im Haus sind eventuell noch Gärtner, Pool-Reinigungskräfte und Chauffeure. Natürlich können sich nur die sehr wohlhabenden Familien so viel Personal leisten. Die meisten Familien in Chile haben entweder keine Haushaltshilfe, oder nur eine Nana puerta afuera, wenn sie allein nicht zurechtkommen.

 

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